Samstag, 23. Mai 2020

Herrin des Winterpalasts

Quelle: Goldmann Verlag
Autor: Christopher W. Gortner
erschienen am: 17.09.2018
ISBN: 978-442-48769-1
Verlag: Goldmann Verlag

Quelle: Goldmann Verlag

Klappentext

Kopenhagen 1863: Minnie wächst behütet im Kreise ihrer liebevollen Familie auf. Als ihr Vater aber den dänischen Thron besteigt, verändert sich das Leben der jungen Prinzessin schlagartig. Minnie wird mit dem Zarewitsch, Thronfolger des fernen und gewaltigen Russischen Kaiserreichs, vermählt. Was als politische Bindung beginnt, entwickelt sich bald zu einer großen Liebe. Doch die schillernden Romanows sind dem Untergang geweiht. Denn mit dem Weltkrieg zieht ein Sturm herauf, der alles zu vernichten droht, was Minnie liebt...

Quelle: Goldmann Verlag

Inhalt & meine Meinung

Als erstes verlinke ich euch, wie versprochen, noch einmal die Hintergrundinformationen.

Da mich die Romanows schon seit einer ziemlich langen Zeit interessieren, ist für mich sofort klar gewesen, dass ich dieses Buch lesen muss. Meine Erwartungen sind definitiv nicht enttäuscht worden. Ich finde dieses Buch wirklich grandios.

Der Roman setzt im Jahr 1862 ein und begleitet Minnie dann bis zu ihrer Flucht nach England. Soweit ich es beurteilen kann ist der Roman sehr genau recherchiert, was meiner Meinung nach einer der wichtigsten Faktoren bei historischen Romanen ist.

Gortner schreibt sehr lebendig. Ich konnte sofort in Minnies Welt eintauchen. Am Ende des Romans schreibt Gortner auch noch ein Nachwort, in dem er dem Leser weitere Informationen über die Romanows vermittelt. Er gibt auch an aus welchen Quellen er seine Informationen über Minnie und ihre Welt bezieht.

Fazit: Dieser Roman hat mir sehr gut gefallen. Ich werde defintiv noch weitere Romane von Christopher W. Gortner lesen. Ich habe da sogar schon etwas im Blick. Mal sehen wann ich dazu komme es zu lesen.

Donnerstag, 21. Mai 2020

Zitat der Woche

Sei dir selber treu und darauf folgt, so wie die Nacht dem Tage, du kannst nicht falsch sein gegen irgendwen.
~ William Shakespeare

Donnerstag, 14. Mai 2020

Das schlafende Feuer

Quelle: Lyx Verlag

Autorin: Emily R. King
erschienen am: 28.02.2019
ISBN: 978-3-7363-0912-8
Verlag: Lyx Verlag
Altersempfehlung: ab 14 Jahren

Quelle: Lyx Verlag

Klappentext

Die achtzehnjährige Kalinda ist behütet bei der Heiligen Schwesternschaft aufgewachsen. Doch ein Besuch des Tyrannen Rajah Tarek reißt sie abrupt aus ihrem friedlichen Leben heraus. Sie soll die hundertste Ehefrau des Herrschers werden - ein Platz, den sie gegen die anderen Ehefrauen und Kurtisanen Tareks verteidigen muss. Ihr einziger Trost in der feindseligen Welt ist ihr junger Leibwächter Deven Naik. Ihn zu lieben ist ihr verboten, doch Kalinda begreift schon bald, dass sie niemals die Frau des grausamen Tarek sein kann. Ihre einzige Chance liegt in der verborgenen Macht die tief in ihr schlummert....

Quelle: Lyx Verlag

Inhalt & meine Meinung

Kalinda ist ein Charakter, der mir sofort ans Herz gewachsen ist. Sie wurde als Baby von der Heiligen Schwesternschaft aufgenommen. Am Anfang erscheint Kalinda etwas naiv, was sich jedoch im Laufe des Romans ändert. Sie hat eine sehr warmherzige Persönlichkeit und setzt sich auch für die Menschen ein, die ihr eher das das Leben schwer gemacht haben. Als sie zur hundersten Ehefrau des Rajah Tarek gewählt wird, muss sie in einem Turnier auf Leben und Tod sowohl gegen die anderen neunundneunzig Ehefrauen als auch gegen die Kurtisanen kämpfen. Kalinda ist jedoch nur mäßig im Kampf ausgebildet. Die anderen Frauen hingegen haben schon jahrelange Kampferfahrung. Es scheint als hätte sie kaum eine Chance sich gegen die anderen Frauen zu behaupten....

Deven Naik ist ein Soldat, der Rajah Tarek untersteht. Er ist dem Herrscher gegenüber loyal. Deven verliebt sich nach und nach in Kalinda. Schließlich muss er sich zwischen seiner Loyalität zum Herrscher und seiner Liebe zu Kalinda entscheiden...

Emiliy R. Kling hat einen sehr angenehmen Schreibstil. Sie hat es wahrlich geschafft die Spannung die gesamte Zeit zu halten. Wie ihr im Preview gelesen habt, ist dieses Buch das erste einer bisher vierteiligen Reihe (vielleicht kommt ja noch etwas?).  Der Roman ist außerdem in der Ich-Perspektive geschrieben. Dadurch erhält man einen tiefgründigeren Blick in Kalindas Welt.

Ich werde die anderen Bücher auf jeden Fall auch noch lesen. Mal sehen wann ich dazu komme...

Mittwoch, 13. Mai 2020

Zitat der Woche

Man muss das Unmögliche versuchen, um das Mögliche zu erreichen.
~ Hermann Hesse

Sonntag, 10. Mai 2020

Eine kurze Geschichte der Romanows - Hintergrundinformationen zu "Herrin des Winterpalasts"

Heute mal ein etwas anderer Beitrag. Ursprünglich hatte ich geplant die Rezension von "Herrin des Winterpalasts" mit diesem Beitrag zu koppeln. Da er jedoch länger geworden ist, habe ich beschlossen ihn getrennt hochzuladen. Die Rezension wird jedoch bald folgen. Der Beitrag zu den Hintergrundinformationen wird dann noch einmal in der Rezension verlinkt werden.


Zunächst würde ich euch gerne ein paar allgemeine Informationen zu den Romanows geben.

Das Haus Romanow-Holstein-Gottorp ist die letzte der drei Dynastien (1. Dynastie: Rurikiden, 2. Dynastie: Romanow) aus der die russischen Zaren hervorgingen. Stammvater dieses Hauses ist Karl-Friedrich von Holstein Gottorp, der mit Anna Petrowna verheiratet war. Die gemeinsamen Töchter Elisabeth und Anna sind die letzten Romanows. Elisabeths Sohn Peter III. (verheiratet mit Katharina der Großen) folgte seiner Mutter auf den Thron.

Quelle: Wikipedia

Eine kurze Biographie von Marija Fjordorowna, geborene Dagmar von Dänemark   

Dagmar von Dänemärk, kurz Minnie, wird am  26. November 1847 als viertältestes Kind und zweite Tochter von Christian von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg und Louise von Hessen auf Schloss Amalienborg in Kopenhagen geboren. Dagmars Vater wird 1853 Thronfolger und 1863 König von Dänemark. Durch ihre Geschwister ist sie mit zahlreichen anderen, europäischen, Königshäusern verwandt. Beispielsweise ist sie durch ihre Schwester Alexandra, die den Sohn von Königin Victoria heiratet, mit dem britischen Königshaus verwandt.
Sie heiratet am 9. November 1866 in St. Petersburg Alexander III.. Vorher muss sie allerdings zum orthodoxen Glauben konvertieren und auch einen neuen Namen, Marija Fjordorowna, annehmen. Minnie war vorher mit Alexanders älterem Bruder Nikolai verlobt. Doch dieser erkrankt schwer und verstirbt schließlich. Minnies ältester Sohn Nikolai wird später der letzte Zar Russlands. Am 13. Mai 1881 wird sie, dadurch, dass ihr Schwiegervater bei einem Attentat um sein Leben kommt, die Zarin von Russland. Es folgen noch fünf weitere Kinder.
Minnie mischt sich generell nicht in politische Angelegenheiten ein. Eine Ausnahme macht sie während des 1. Weltkriegs. Sie demonstriert ihre heftige Abneigung gegen Deutschland auch nach außen hin, was zur Problemen innerhalb der Familie führt, weil die Ehefrau, Alexandra von Hessen-Darmstadt, ihres ältesten Sohnes eine gebürtige Deutsche ist.
Nach Ausbruch des Russischen Bürgerkriegs wird Minnie, aufgrund der dringenden Bitte ihrer Schwester Alexandra in Sicherheit gebracht. Sie kehrt über England nach Dänemark zurück. Von dort aus lässt sie den Weißarmisten Nikolai Alexejewitsch Sokolow Nachforschungen über ihren Sohn Nikolai nach der Oktoberrevolution 1917 anstellen. Obowohl Sokolow 1924 zum Schluss kommt, dass der Zar tot ist, glaubt Minnie bis zu ihrem Tod fest daran, dass Nikolai noch am Leben ist.

Quelle: Wikipedia

Die Oktoberrevolution 1917

Als Oktoberrevolution wird die gewaltsame Machtübernahme der Bolschewisten am 25. Oktober 1917 bezeichnet. Die aus der Februarrevolution hervorgegangen sozialistisch-liberale provisorische Regierung unter Alexander Kerenski und der Petrograder Sowjets wird beseitigt. Dies führt zu einem Bürgerkrieg, der erst 1922 endet. Die Februarrevolution bewirkt hingegen, dass Zar Nikolaus II. abdankt, was das Ende der russischen Monarchie bedeutet.

Quelle: Wikipedia

Der Zarenmord

Am 9. März 1917 kehrt Nikolaus II., nach seiner Abdankung, mit seiner Frau Alexandra und seinen Kindern nach Zarskoje Selo zurück. Die gesamte Familie wird im Alexanderpalast unter Hausarrest gestellt. Allerdings hatte die Familie zunächst nur an wenigen Entbehrungen zu leiden. Die Regeln des Hausarrests werden immer mehr verschärft. 
Mitte August 1917 wird Alexander Kerenski immer besorgter um die zaristische Familie, aufgrund der Tatsache, dass die Bolschwisten immer wieder versucht hatten gewaltsam in den Alexanderpalast einzudringen. Ursprünglich soll die Familie in England aufgenommen werden. Doch Nikolaus Cousin Georg V. von Großbritannien zieht sein Angebot zurück. Er fürchtet, dass es auch in Großbritannien zur Revolution kommen könnte, wenn er die unbeliebte, zaristische Familie aufnimmt. Schließlich wird die gesamte Familie des Zaren nach Tobolsk gebracht. 
Der Sturz der Regierung Kerenskis bringt einschneidende Veränderungen für die Zarenfamilie mit sich. Die Bolschwisten planen ursprünglich Nikolaus II. vor ein Schaugericht zu stellen, sehen dann aber davon ab.
Die Familie wird erneut verlegt, dieses Mal nach Jekaterinburg, was sich zunächst allerdings schwierig gestaltet. Alexej, der einzige Sohn des Zarenpaares, leidet an einem erneuten Ausbruch seiner Hämophilie. Schlussendlich teilt sich die Familie auf, der zweite Teil trifft am 23. Mai in Jekaterinburg ein. Sie werden im Ipatjew Haus, auch als Haus zur besonderen Verwendung bekannt, einquartiert.
Am 4. Juli 1918 übernimmt die Tscheka, eine Art Geheimdienst, aus Jekaterinburg, geleitet von Jakow Jurowski ,die Bewachung der Romanows. Jurowski wird mit der Erschießung der zaristischen Familie beauftragt. In der Nacht von 16. auf 17. Juli 1918 geht Jurowski zum Leibarzt der Familie, Jewgeni Botkin, und weist ihn an die Familie aufzuwecken. Der Zarenfamilie wird gesagt, dass es zu einem Schusswechsel zwischen der Weißen Armee, die Jekaterinburg eingekesselt hat, und den Bolschewisten kommen kann, weswegen sie in den Keller müssen. Dort wird der Familie eröffnet, dass ihre Hinrichtung befohlen wurde. 
Obwohl Gerüchte aufkommen, dass eines der Kinder, Anastasia, überlebt hat, wird die gesamte Familie in jener Nacht erschossen,

Quelle: Wikipedia

Mittwoch, 6. Mai 2020

Zitat der Woche

Man sieht nur mit dem Herzen gut.
Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.
 ~ Antoine de Saint-Exupéry, "Der kleine Prinz"


Quelle: der kleine Prinz online.de

Montag, 4. Mai 2020

Hortensiensommer

Quelle: Heyne Verlag
Autorin: Ulrike Sosnitza
erschienen am: 12.03.2018
ISBN: 978-453-42214-8
Verlag: Heyne Verlag

Quelle: Heyne Verlag

Klappentext

Ob Schneerosen, Taglilien oder Anemonen - im malerischen Sommerhausen verzaubert Johanna kahle Gärten in duftende Paradiese. Seit einem tragischen Ereignis lebt sie alleine in einem viel zu großen Haus und vermietet die Einliegerwohnung an Philipp mit dem Panamahut. Nur zögernd freunden sie sich an, Als Philipp beginnt, ihr vorzulesen, schleicht sich langsam die Liebe in ihr einsames Herz. Im Mai erklingt Kinderlachen im Garten und Philipp stellt Johanna seine kleine Tochter vor, woraufhin sie entsetzt flüchtet. Als Philipp den Grund für Johannas Verhalten erfährt, setzt er alles daran, sie wieder zum Strahlen zu bringen....

Quelle: Heyne Verlag

Inhalt & meine Meinung

Ich würde euch gerne darum bitten noch einmal das Cover zu betrachten. Woran denkt ihr wenn ihr es seht?

Vermutlich nicht an eine Geschichte über Trauerbewältigung. Zumindest habe ich das nicht erwartet.

Die Protagonistin Johanna ist wohl einer der schwierigsten Charaktere, die bis jetzt auf diesem Blog behandelt worden sind. Es wird schon ziemlich früh klar, dass sie einen herben Schicksalsschlag hinnehmen musste. Dieser Schicksalsschlag hatte zur Folge, dass sie sich immer mehr zurückgezogen hat. Ihre Charakterzüge haben es mir ehrlich gesagt nicht leicht gemacht sie sympathisch zu finden. Vielleicht wäre es besser gewesen das Trauma, das Johanna erlitten hatte, früher zu erklären anstatt im letzten Drittel des Buches. Besonders in Johannas Fall muss ihre Vergangenheit berücksichtigt werden....

Philipp war mir von Anfang an sympathisch. Er ist ein sehr warmherziger Charakter. Allerdings muss ich in einem Punkt dem Klappentext widersprechen. Zumindest hatte ich nicht den Eindruck, dass er versucht Johanna gezielt aus ihrem Tief herauszuholen. Aber das ist immer noch besser als das was, zumindest teilweise, Johannas Familie macht, ihre Mutter ist der Meinung, dass es für Johanna am hilfreichsten ist, wenn alles unter den Teppich gekehrt wird. Von meinem Standpunkt aus gesehen hat die Mutter jedoch dazu beigetragen, dass Johanna sich mehr und mehr isolieren konnte und so immer stärker in der Vergangenheit feststeckte.

Dieser Roman wird in der Ich-Perspektive abwechselnd von Johanna und von Philipp erzählt. In Johannas Fall war ich dafür wirklich dankbar. Johanna agierte immer wieder ziemlich seltsam und so konnte ich ihre Handlungen zumindest teilweise besser nachvollziehen.

Mir hat das Buch leider nicht so gut gefallen. Dennoch finde ich, dass der Roman plausibel ist.  

Bleibt gesund
Bina